Gua Sha

Gua Sha ist eine alte Reibetechnik aus Südostasien, die aus der Akupressurtechnik entstanden ist. Gua bedeutet „reiben“ oder „pressen und streichen“, Sha ist ein Begriff, der den Blutandrang im oberflächlichen Gewebe beschreibt. Leben bedeutet Bewegung. Wenn irgendwo in unserem Körper keine Bewegung z.B. des Blutes stattfindet, so ist dort schon oder entsteht dort „Krankheit“. Das Blut staut sich also in Regionen, wo der Patient vielleicht Schmerzen empfindet. Wenn Gua mit einem Schaber mit gleichmäßig wiederholten Strichen an einer bestimmten Körperpartie angewendet wird, erscheint Sha in Form von Rötungen und evtl. auch kleinesten punktförmigen Einblutungen (Petechien). Diese Rötungen sind für eine Weile sichtbar (die Dauer ist abhängig vom Grad der vorher vorhandenen Stauung, meist ca. 2 Tage), aber nicht schmerzhaft. Mit dieser reizenden, aber durchaus sehr angenehmen Technik, lassen sich sowohl die oberflächliche Durchblutung steigern bzw. normalisieren als auch die der darunter liegenden Schichten und die der dazu gehörenden Reflexzonen. Dadurch wird eine sofortige Besserung bei Schmerzen, Verspannungen und Steifigkeit im Muskel- und Gelenkbereich bewirkt sowie eine gesteigerte Mobilität. Durch die Steigerung des Lymph- und Blutflusses auch in tieferen Schichten werden Schlacken und Giftstoffe aus diesen tieferen Schichten an die Oberfläche transportiert und Blutsstagnationen, die häufig an bestimmten Orten bei chronischen Krankheiten auftreten, aufgelöst. Dadurch tritt nicht nur ein entspannter Zustand ein, der bei Ängsten, Depressionen und Schlaflosigkeit helfen kann, es werden auch Entzündungen gehemmt und die Immunabwehr gesteigert. Hauptanwendungsgebiet für Gua Sha ist der Rücken. Von hier können wir über die Reflexzonen entlang der Wirbelsäule auch auf andere Körperbereiche wie z.B. die Organe einwirken. Bei Beschwerden im Kopfbereich werden häufig Nacken und oberer Rücken behandelt. Gua Sha kann aber auch in jedem anderen Körperbereich angewendet werden, was dann mit sehr viel Feingefühl geschieht und vor allem im Gesichtsbereich nur so ausgeführt wird, dass keine Einblutungen entstehen.

Anzuwenden bei:

  • jeder Zustand im Körper, bei dem es irgend eine Art von Stau gibt
  • Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne
  • Verspannungen
  • Steifigkeit
  • Blockaden
  • Verklebungen in Bindegewebe und Faszien
  • Entzündungen
  • Steigerung der Immunabwehr
  • Erkältungskrankheiten wie Nasennebenhöhlenentzündungen und Husten
  • Förderliche Einwirkung auf die Organe möglich
  • Hautprobleme vor allem im Gesichtsbereich wie Ödeme, Pickel, Trockenheit
  • Ängste, Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Förderung der Entgiftung wie beim Schwitzen

Es wird empfohlen, Gua Sha ein paar Sitzungen im wöchentlichen Rhythmus hintereinander anzuwenden. Einzelne Sitzungen sind aber auch schon wertvoll. Die Dauer einer Sitzung hängt von der Problematik und der zu behandelnden Zone ab.